Krippengebühren in Buchholz zu hoch

Die Kosten für die Kita-Betreuung in Buchholz belasten Familien massiv. Mit einem Höchstbetrag von bis zu 760 € pro Monat bei acht Stunden Krippen-Betreuung (unter 3 Jahren) weist die Stadt Buchholzi.d.N. den höchsten Wert im gesamten Landkreis Harburg auf. Die Grünen kritisieren diese Entwicklung und fordern einen Kurswechsel.

„Es ist ungerecht, dass Familien mit so hohen Summen belastet werden“, sagt Alexander Brammer, Kreistagskandidat der Grünen. „Wohn- und Nebenkosten sind massiv gestiegen. Die Kita-Gebühren sollten nicht die nächste finanzielle Hürde für Familien sein.“

Besonders kritisch ist aus Sicht der Grünen die aktuelle Berechnungsgrundlage. In Buchholz führt diese dazu, dass Familien in der Regel zwischen 10 % und 15 % ihres Nettoeinkommens für die Elternbeiträge aufwenden müssen.

„Viele Familien stehen vor der Wahl: Arbeiten oder Betreuung? Wenn das verdiente Geld direkt wieder in die Kita-Gebühren fließt, denken Eltern nach: Lohnt sich Arbeiten überhaupt?“, erklärt Pia Lucienne Bänecke, Ratsherrin und erneute Kandidatin für den Rat der Stadt Buchholz. „Das trifft vor allem Frauen und erschwert ihnen den Weg zurück in den Job. Eine sozial gerechte Kinderbetreuung ist auch ein Beitrag zu mehr Gleichberechtigung.“

Ein starkes Argument: Das Land Niedersachsen stellt seit diesem Jahr landesweit eine zusätzliche Finanzhilfe für die Städte und Gemeinden zur Verfügung. „Diese Mittel könnten genutzt werden, um die bisherigen Elternbeiträge zu kompensieren. Das zusätzliche Geld bietet auf jeden Fall die Möglichkeit, die Elternbeiträge zu senken“, so Pia Lucienne Bänecke.

Dass dieser Ansatz funktioniert, belegt ein Beispiel aus einer anderen Kommune: „Die Stadt Osnabrück beweist, dass eine massive finanzielle Entlastung der Eltern möglich ist. Wir fordern, dass diesem Beispiel gefolgt wird“, ergänzt Alexander Brammer. „Kinder sollten kein finanzielles Risiko sein. Die Kinderbetreuung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der ein Teil der Kosten nicht allein auf die Eltern abgewälzt werden sollte.“

Konkret fordern die beiden Kandidierenden eine kurzfristige Senkung der Elternbeiträge mit dem langfristigen politischen Ziel, die Krippengebühren abzuschaffen. Um dies zu erreichen, wollen sich Pia Lucienne Bänecke und Alexander Brammer auf Stadt- und Kreisebene dafür einsetzen, faire Bedingungen im gesamten Landkreis zu forcieren.

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