Deine Stadt – deine Stimme: was soll sich in Buchholz ändern?

Am 20.12. waren wir mit unserem Stand mal wieder auf dem Buchholzer Markt, hatten heißen Apfelpunsch, Kaffee und Adventsplätzchen dabei und eine Menge Bierdeckel, auf deren Rückseite die Passantinnen und Passanten notieren konnten, was sich in Buchholz ändern soll.

Einige Dutzend Vorschläge kamen zusammen. Am häufigsten genannt wurde der Wunsch, die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Außer der Anregung, den Weihnachtsbaum ordentlich zu schmücken (gleich zweimal genannt!), gab es allerdings wenig Konkretes. Insbesondere der Wunsch nach mehr Läden und weniger Leerstand lässt sich nur beheben, wenn wir alle dazu beitragen – jeder online Kauf schwächt die lokalen Geschäfte. Wer noch ein Angebot vor Ort haben möchte, muss es auch mit seinem Konsumverhalten unterstützen. Anregungen gab es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen durch bessere Beleuchtung, mehr grüne Inseln und Verbesserung der Sauberkeit. Für diese Anliegen werden wir uns auch in der nächsten Ratsperiode wieder einsetzen. Einmal wurde auch ein Alkoholverbot gewünscht, dazu haben wir allerdings schon Stellung bezogen, aus unserer Sicht sprechen mehrere Gründe dagegen, abgesehen davon, daß es nur mit ständiger Polizeipräsenz auch durchsetzbar wäre.

Fast ebenso häufig gab es Wünsche nach Verbesserungen für diejenigen, die nicht mit dem Auto unterwegs sind (bessere Fahrradwege, teils auch mit konkreten Ortsangaben problematischer Knotenpunkte; Busfahrzeiten wieder ausweiten; Gleis 11 wieder für Metronomzüge zur Verfügung stellen). Diese Punkte stehen alle auf unserer To Do Liste, teilweise gibt es bereits Anträge der Grünen dazu. Allerdings braucht es wegen der katastrophalen Finanzsituation der Kommune eine Priorisierung dieser Anliegen im Rat auf Kosten anderer Projekte, die das Geld in den Bau neuer Straßen stecken wollen. Beides wird nicht bezahlbar sein. Und leider ist die DB nicht sehr kooperativ, was die Verlängerung von Gleis 11 betrifft. Auf jeden Fall werden wir uns weiter für die Anliegen von Fußgängern, Radfahrern und ÖPNV Nutzer*innen einsetzen, um damit die Attraktivität dieser Fortbewegungsmöglichkeiten zu erhöhen und die Zahl der Autofahrten innerhalb von Buchholz zu reduzieren. So bleibt auch Raum für diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind. Etliche europäische Großstädte machen inzwischen vor, wie das funktioniert (siehe dazu auch den Film „Cycling Cities“, der demnächst in der Rathauskantine gezeigt wird).

Weitere Wünsche, die sicherlich nicht nur grüne Stammwähler*innen haben, sind besserer Waldschutz, mehr Umweltschutz (z. B. auch eine Einweg-Verpackungssteuer wurde genannt), eine positive Zukunftserzählung, mehr Pragmatismus, mehr Plätze für die Stadtgemeinschaft, insbesondere auch für Jugendliche mehr Angebot und Treffpunkte. Auch eine familienfreundliche Kommunalpolitik und eine Senkung der Krippen-Gebühren waren einigen sehr wichtig. Auch diese Anliegen nehmen wir Ernst, wobei wir keine Versprechen machen können, die nicht gegenfinanziert sind. Es ist leider jetzt schon abzusehen, daß ohne eine Erhöhung von Steuern und Abgaben selbst einige der bisherigen freiwilligen Leistungen der Stadt nicht mehr bezahlbar sein werden.

Auch eine bessere Integrationsarbeit für Geflüchtete wurde gewünscht, sowie niedrigschwellige Angebote für Menschen mit Einschränkungen. Viel Arbeit in diesem Bereich wird ehrenamtlich geleistet, und in den nächsten Jahren muss sich zeigen, wie sich die Boomer-Generation hier einbringt. Dafür braucht es Anreize, um ein Engagement attraktiver zu machen.

Unsere Aufgabe sehen wir in den nächsten Monaten darin, weiter Zuzuhören und nach Lösungsansätzen für die Wünsche und Probleme der Bürgerinnen und Bürger zu suchen. Viele kleine Schritte bringen auch Veränderung – den großen Rundumschlag zu versprechen und dann nicht einzulösen führt nur zu mehr Frustration und Vertrauensverlust in unsere demokratische Gesellschaft, die doch immer noch ziemlich gut funktioniert, wenn man sie mit anderen Ländern vergleicht!

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