22.04.2018

Presseerklärung der Buchholzer Umwelt- und Verkehrsverbände 22. 4. 2018 Freiwillig ohne Auto leben!

autofreies Wohnen

Bundesweit sind zahlreiche Wohnquartiere bereits verwirklicht, in denen die Bewohner die Chance haben und nutzen, auf einen eigenen Wagen zu verzichten.

Eine Gruppe aus Vertretern der Buchholzer Umwelt- und Verkehrsverbände hat sich das Hamburger Projekt „Autofreies Wohnen Saarlandstraße“ bei einem ausführlichen Besuch erläutern lassen und viele Anregungen erhalten, die bei der Planung der in Buchholz vorgesehenen „Oststadt“ verwirklicht werden könnten.

„Wenn man nichts unternimmt, wird die Oststadt zu noch mehr Verkehr auf der Nord-Süd-Achse durch Buchholz führen. Denn wann die östliche Umgehung fertig wird, steht in den Sternen. Die Oststadt dagegen ist spätestens in fünf Jahren fertig“, erläutert Götz von Rohr vom VCD Buchholz, der den Besuch in Hamburg organisiert hat.

Es bestehe also dringender Handlungsbedarf, da die Planungen für die Oststadt schon bald sehr konkret würden. Darin müssen alle Optionen verankert werden, auch ohne Auto in der Siedlung gut leben zu können. Dabei sind eine zusätzliche Stadtbuslinie und eine neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die Bahn (Itzenbüttler Weg/Am Radeland) schon im Gespräch, reichen aber nicht aus.

Zentrale Bestandteile der Quartiersausstattung müssen z. B. auch eine zentral gelegene Verleihstation für Lastenfahrräder, möglichst in Verbindung mit einer Fahrradwerkstatt, sowie eine attraktive Carsharing-Station sein.

Sehr interessant ist die im Hamburger Projekt gefundene Regelung zum Grunderwerb. In Teilen wurden die Grundstücke in Erbpacht vergeben und zwar auf 70 Jahre. Die Erbpacht war geblockt für die gesamte Zeit zu Beginn fällig. Dies läuft darauf hinaus, dass die Grundstücke nur zu gut 70 % ihres Wertes vergeben wurden, nach 70 Jahren jedoch an die Stadt zurückfallen. Auf diesem Wege kann die Stadt zu moderateren Mieten beitragen. „Wenn sich herausstellt, dass mit all diesen Maßnahmen tatsächlich im Quartier deutlich weniger Autos als sonst in Buchholz üblich genutzt werden, sind sehr interessante Weiterentwicklungen in den nächsten größeren Baugebieten in Buchholz, z. B. auf der Rütgersfläche, denkbar“, erläutert von Rohr.

Der Bedarf an Anlagen des betreuten Wohnens ist schon heute in innenstadtnaher Lage groß und wird weiter erheblich wachsen. Offene Behindertenwohnprojekte bieten sich an, wie übrigens auch im Projekt Saarlandstraße realisiert. Und auch die Zahl der Haushalte wächst, die sich sogar vertraglich verpflichten würden, kein Auto anzuschaffen, wenn die Gegenleistung stimmt: Ein nachhaltig umwelt- und familienfreundliches Wohnquartier mit einem hohen Anteil von Wohnungen mit bezahlbaren Mieten.

URL:http://gruene-buchholz.de/news/news-detail/article/presseerklaerung_der_buchholzer_umwelt_und_verkehrsverbaende_22_4_2018_freiwillig_ohne_auto_leben/